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Chronik des Schützenvereins Apen 125 Jahre Schützenverein Apen – Rückblick auf eine bewegte Geschichte

 

Einleitung

Im Jahr 2025 feiern die Bürgerinnen und Bürger von Apen ein bedeutendes Jubiläum: Der Schützenverein Apen besteht seit 125 Jahren. Stolz und Dankbarkeit erfüllen nicht nur die Mitglieder des Vereins, sondern die gesamte Gemeinde. Seit 1900 ist das jährliche Schützenfest ein Höhepunkt im gesellschaftlichen Leben – für viele Aperinnen und Aper sind die „drei tollen Tage“ ein fester Bestandteil des Jahres. Es ist ein Fest, das Generationen verbindet, Heimatbewusstsein stiftet und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum sozialen Miteinander leistet.

 

Das Schützenfest in Apen

Ein Volksfest für Jung und Alt

Seit der Gründung des Vereins gelingt es den Verantwortlichen, das Schützenfest mit besonderen Attraktionen zu bereichern. Das Fest begeistert mit seinem Brillantfeuerwerk, das sich in den Wasserspielen der Aper Kaje spiegelt. Beliebte Motive waren unter anderem die „Aper Burg“ oder Gondeln wie aus Venedig. Der traditionelle Honigkuchentanz am Montagabend sowie der farbenfrohe Blumenkorso der Kinder gehören ebenso fest dazu wie der ökumenische Gottesdienst vor dem musikalischen Wecken. Es ist diese Mischung aus Besinnlichkeit und Ausgelassenheit, aus Tradition und moderner Unterhaltung, die das Fest so besonders macht.

Ehrungen und Veranstaltungen

Die Ehrung langjähriger Mitglieder findet am Sonntagabend statt. Das Schützenfest endet traditionell mit dem feierlichen Nachhausebringen des neuen Königs. Besonders hervorzuheben ist das Engagement der Frauengruppe, die sich mit großer Hingabe um Dekoration, Verpflegung und Organisation kümmert. Auch die Jugendarbeit nimmt einen wichtigen Stellenwert ein: Nachwuchsschützen werden aktiv gefördert und in das Vereinsleben integriert. Die Kinder wachsen mit dem Fest auf – sei es als Teilnehmende im Blumenkorso oder als künftige Mitglieder der Jugendgruppe. Die Schützenfesttage leben von der aktiven Teilnahme vieler helfender Hände – von Musikanten, Fahnenträgern, Festwagenbauern und nicht zuletzt der Freiwilligen Feuerwehr, die in vielfacher Weise unterstützend mitwirkt.

Vereinsstruktur und sportlicher Erfolg

Der Verein umfasst eine aktive Schützenriege, eine Frauengruppe und eine Jugendgruppe. Bei regionalen und überregionalen Wettkämpfen ist der Verein ein gern gesehener Teilnehmer. Die enge Verbindung zu den Nachbarvereinen zeigt sich an deren zahlreichen Besuchen beim Aper Fest. Eine besondere Bedeutung hat der sportliche Wettbewerb beim jährlichen Schießen auf die Königswürde, das stets mit Spannung erwartet wird. Die Schießergebnisse und Ehrenscheiben zeugen von der Treffsicherheit der Aper Schützen.

Der sportliche Erfolg des Vereins ist das Ergebnis kontinuierlicher Trainingsarbeit, professioneller Betreuung und der Bereitschaft zur Weiterentwicklung. Die modernen Anlagen ermöglichen ein breites sportliches Angebot für alle Altersklassen. Zahlreiche Pokale und Auszeichnungen dokumentieren die Leistungen der Mitglieder und stärken den sportlichen Ruf des Vereins weit über die Gemeindegrenzen hinaus.

Vorstand und Führungspersönlichkeiten

Jeder Verein braucht eine engagierte Leitung. Besonders prägend ist die Rolle des 1. Vorsitzenden, der durch die Generalversammlung gewählt wird. Nachfolgend die Liste der Vereinspräsidenten:

  • 1900–1919: Gemeindevorsteher Meyer

  • 1919–1925: Fritz Siems

  • 1925–1933: Karl zu Klampen

  • 1933–1934: Georg Siems

  • 1934–1950: Hans Hinrichs

  • 1950–1953: Ernst Buhrke

  • 1953–1962: Hans Nikol. Meyer

  • 1962–1974: Theo Ripken

  • 1974–1981: Georg Wilh. zu Klampen

  • 1981–1991: Willi Epkes

  • 1991–1994: Heinrich Hömmen

  • 1994–1998: Andreas Meier

  • ab 1998: Diedrich Henken

Geschichte des Ortes Apen

Apen wurde erstmals 1233 urkundlich erwähnt. Die bedeutende Heerstraße Hamburg – Oldenburg – Leer – Amsterdam führte durch Apen, weshalb die Grafen von Oldenburg bereits vor 1200 eine Burg mit Zollstation errichteten. Im 15. und 16. Jahrhundert war Apen ein militärischer Stützpunkt.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg verlor die Burg an Bedeutung. Im 19. Jahrhundert wurde Apen Amtssitz. Durch die Verwaltungsreform von 1933 gehört Apen heute zum Landkreis Ammerland.

In den letzten Jahrzehnten hat sich Apen von einem landwirtschaftlich geprägten Dorf zu einer modernen Gemeinde mit guter Infrastruktur und wirtschaftlicher Entwicklung gewandelt. Heute zeichnet sich der Ort durch ein aktives Vereinsleben, gute Verkehrsanbindung und eine familienfreundliche Infrastruktur aus. Besonderer Dank gilt der politischen Gemeinde, die mit Investitionen in Straßenbau, Kanalisation und Bildungswesen zur positiven Entwicklung beigetragen hat.

Die enge Verflechtung von Tradition und Fortschritt ist bis heute spürbar. Historische Bauten wie die Hengstforder Mühle oder die alte Aper Kirche werden gepflegt und instand gehalten, während neue Baugebiete, Gewerbeflächen und touristische Angebote die Attraktivität des Ortes kontinuierlich erhöhen.

Bau des Schießsportzentrums

Planung und Genehmigung

Zwischen 1970 und 1980 wurden Pläne für eine neue Schießsportanlage entwickelt. Nachdem das ursprünglich vorgesehene Grundstück beim „Leuchtturm“ nicht mehr zur Verfügung stand, einigte man sich auf das gemeindeeigene Sportgelände.

Der Bau wurde 1981 mit großer Eigenleistung begonnen. Der Rohbau entstand unter der Leitung von Rainer Carstens und Holger Conrads. Die technische und praktische Umsetzung wurde durch viele Mitglieder und Fachleute begleitet. Auch der Turnverein Apen zeigte sich kooperativ, sodass eine gemeinsame Nutzung des Geländes ermöglicht wurde.

Eröffnung 1982

Am 31. Oktober 1982 wurde das Schießsportzentrum feierlich eingeweiht. Die symbolische Schlüsselübergabe, Ehrengäste und ein „Tag der offenen Tür“ machten diesen Tag unvergesslich. Etwa 200 Gäste nahmen teil. Ein kaltes Buffet, vorbereitet durch die Damenabteilung, rundete die Feierlichkeiten ab. Das Zentrum wurde als „Jahrhundertbauwerk“ des Vereins bezeichnet und ist bis heute ein Symbol für die Tatkraft und den Gemeinschaftssinn der Aper Schützen.

Ausbau 1983–1984

Der zweite Bauabschnitt – der unterirdische Kleinkaliberstand – wurde 1984 abgeschlossen. Vier 50-Meter-Bahnen mit moderner Technik standen fortan zur Verfügung. Die Zuganlagen wurden vollautomatisch installiert und steigerten die Attraktivität der Anlage erheblich.

Auch dieser Bauabschnitt war geprägt von freiwilligem Einsatz, unzähligen Arbeitsstunden und der Bereitschaft, Freizeit und Kraft für ein gemeinsames Ziel einzubringen. Die Schießsportanlage entwickelte sich rasch zum sportlichen Zentrum des Vereins und fand große Anerkennung in der Region.

Finanzierung und Leistung

Mit Unterstützung von Gemeinde, Kreis, Landessportbund und privaten Spendern konnte das Zentrum ohne Schulden fertiggestellt werden. Insgesamt wurden rund 6.000 Arbeitsstunden ehrenamtlich geleistet. Die sogenannte „Stuhlaktion“, bei der jedes Mitglied für einen eigenen Sitzplatz spendete, trug erheblich zur Finanzierung bei. Neben Geldspenden wurden auch Baumaterialien und Maschinen kostenfrei zur Verfügung gestellt. Die lückenlose Dokumentation aller Leistungen zeugt bis heute von der hohen Professionalität der damaligen Vereinsführung.

Nutzung und Umbau

Die Anlage wird auch vom Turnverein Apen genutzt. Später wurde der Clubraum umgestaltet und gastronomisch ausgebaut. Auch künftige Sanierungen wie der Anschluss an die Kläranlage oder die Erneuerung der Heizung wurden in Angriff genommen. Die Innenausstattung wurde mit großer Sorgfalt und Liebe zum Detail geplant. Durch das Engagement vieler Schützen konnte ein funktionaler und zugleich gemütlicher Vereinsmittelpunkt geschaffen werden.

Regelmäßige Veranstaltungen, Trainingsabende, interne Turniere sowie Feiern und Jubiläen machen das Schießsportzentrum heute zu einem lebendigen Treffpunkt. Der Raum für Jugendarbeit und Schulungen wird intensiv genutzt und bildet die Grundlage für die Nachwuchsförderung im Verein.

Fazit

125 Jahre Vereinsgeschichte zeigen: Der Schützenverein Apen ist ein lebendiger, traditionsreicher und zugleich zukunftsfähiger Teil des Gemeindelebens. Mit Engagement, Zusammenhalt und Begeisterung für das Schießsportwesen wird die Geschichte weitergeschrieben. Die Mitglieder des Vereins haben gezeigt, was ehrenamtliche Arbeit bewirken kann, wenn viele gemeinsam ein Ziel verfolgen. Der Blick in die Zukunft ist optimistisch: neue Projekte, weitere Investitionen und ein wachsender Mitgliederbestand lassen erwarten, dass der Schützenverein Apen auch in den kommenden Jahrzehnten eine tragende Rolle im Leben der Gemeinde spielen wird.

Apen, 2025